Meine sehr geehrten Damen und Herren,
es ist mir eine große Ehre, den Präsidenten der Republik Polen,
Aleksander Kwa¶niewski, und Bundespräsident Horst Köhler in
unserer Stadt begrüßen zu dürfen. Ich freue mich, dass
Ministerpräsident Roland Koch und der Minister für Wissenschaft,
Weiterbildung, Forschung und Kultur des Landes Rheinland-Pfalz,
Professor Dr. Jürgen Zöllner, sowie viele weitere Persönlichkeiten des
politischen und kulturellen Lebens zu dieser Feier gekommen sind, und
heiße Sie als Festgäste des Deutschen Polen-Instituts herzlich
willkommen in Darmstadt.
Vor 25 Jahren war die Eröffnung des Deutschen Polen-Instituts ein
mutiger Schritt, hinter dem die Idee steckte, ein Deutschland und Polen
gleichermaßen verpflichtetes Kulturinstitut zu gründen. Karl Dedecius,
Ideengeber, Verwirklicher und erster Direktor des Instituts, verfolgte
dieses Ziel mit einem nicht nachlassenden hohen Anspruch als
Brückenbauer zwischen der polnischen und deutschen Kultur. Über fast
zwei Jahrzehnte hinweg hat er vor allem als „der“ Übersetzer und
Herausgeber polnischer Literatur von Darmstadt aus sehr viel bewirken
können. Er hat den hervorragenden Ruf des Instituts begründet, und dafür
gilt ihm auch heute unser herzlichster Dank.
Für das weltoffene und tolerante Darmstadt waren Karl Dedecius und die
Gründung des Deutschen Polen-Instituts ein Glücksfall und die
25-jährige erfolgreiche Entwicklung eine Bestätigung, wie international
offen und kulturell weitblickend unsere Stadt ist und sein wird. An
dieser gegenseitigen Freundschaft wird sich nichts ändern.
Polen ist inzwischen ein Land der Europäischen Union, hat sich dem
Westen weit geöffnet und sich wirtschaftlich kräftig entwickelt.
Professor Dieter Bingen hat der Arbeit des Instituts auf diesem
Hintergrund neue Impulse gegeben, stellt sich mit seiner politischen
Kompetenz den neuen Chancen und Herausforderungen. Das Deutsche
Polen-Institut hat an Bedeutung und Renommee hinzu gewonnen. Mit Stolz
können wir heute feststellen, dass es eine hohe Anerkennung von außen
und damit unter den in Darmstadt ansässigen, international beachteten
Kulturinstituten größte Außenwirkung besitzt.
Nicht zu unterschätzen ist darüber hinaus der Geist dieses
einmaligen Kulturinstituts in unsere Stadt hinein. Die Bürgerschaft
darf sich glücklich schätzen, teilhaben zu können an den hochkarätigen
Veranstaltungen des DPI. Sie kann durch Diskussionen, Vorträge,
Lesungen, Ausstellungen und Konzerte hautnah mit den aktuellen
politischen und kulturellen Entwicklungen in Polen in Berührung kommen.
Dies ist einzigartig und gibt es so in keiner anderen
deutschen Stadt. In Darmstadt ist dies und dazu noch in einer großen
Dichte eine Selbstverständlichkeit, für die wir sehr dankbar sind.
Wir wollen gemeinsam mit dem Institut den eingeschlagenen Weg weiter
gehen und alles tun, damit die erfolgreiche Arbeit in Darmstadt unter
guten Bedingungen fortgesetzt werden kann. Ich meine hier vor allem die
notwendig gewordene Verbesserung der Unterbringung des Instituts. Haus
Olbrich und Haus Deiters, beides Kleinode der Jugendstilarchitektur auf
der Mathildenhöhe, sind zu klein geworden für die vielfältigeren
Tätigkeiten und den angewachsenen Mitarbeiterstab. Nicht zuletzt wollen
wir die öffentliche Präsenz des Instituts stärken. Dies bedeutet, das
Deutsche Polen-Institut wird ein neues und geeignetes Domizil bekommen.
Dazu haben der Magistrat und die Stadtverordnetenversammlung die
entsprechenden Beschlüsse gefasst. Die Stadt Darmstadt ist hier ein
verlässlicher Partner, auf den das Deutsche Polen-Institut immer zählen
kann.
Ich darf nun die Glückwünsche der Stadt überbringen und gratuliere
dem Deutschen Polen-Institut in persönlicher Verbundenheit zu seinem
25-jährigen Bestehen. Mein herzlicher Dank gilt den Persönlichkeiten
des Präsidiums und des Kuratoriums, der Leitung, den Mitarbeiterinnen
und Mitarbeitern des Instituts sowie den zahlreichen öffentlichen und
privaten Förderern, die gemeinsam einen hohen Auftrag erfüllen.
Ich wünsche dem Deutschen Polen-Institut, dass sein Einsatz für die
Völkerverständigung zwischen Deutschen und Polen in einem starken
Europa weiterhin reiche Früchte tragen wird. Eines ist mir an
diesem Festtag ein besonderes Anliegen, und das betone ich gerne noch
einmal zum Schluss meiner Rede: die Fortführung Ihrer wichtigen Arbeit
in Darmstadt.
Das Deutsche Polen-Institut und Darmstadt gehören zusammen, heute und in Zukunft.