Deutsches Polen-Institut
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Besprechungen

"Wie wohl noch jeder Europäer, den es in die USA verschlug, begann Mi³osz zu vergleichen, wo er hergekommen und wo er angekommen war. Zur Topik des Kontrastprogramms zählte und zählt, dass die Herkunft der Ankunft ein Schnippchen schlägt. (...) es wäre ein Verstoß gegen die Gesetze der Gattung, wenn der Vergleich für Amerika nur schmeichelhaft ausfiele. (...) so wurde Europa für den Exilanten an der Bucht von San Francisco zum Kontinent humaner Detailfülle, Amerika hingegen zum Inbegriff 'ontologischer Anämie', nämlich eines Mangels konkreter EInzelheit und des Verlusts des Menschenmaßes."

Andreas Dorschel in: Süddeutsche Zeitung, 15.12.2008

"In den 'Visionen an der Bucht von San Francisco' hält er [Mi³osz] den Kammerton des distanzierten Beobachters, der die amerikanische Natur, Gesellschaft und Kultur zur Kenntnis nimmt, aber nicht akzeptiert. In allen Texten schwingt seine tiefe Überzeugung mit, nicht richtig in den USA angekommen zu sein. Bereits der Titel verweist programmatisch auf die grundlegende Fremdheit zwischen Dichter und Wohnort: Die Bucht von San Francisco repräsentiert die per se sinnlose Natur des amerikanischen Kontinents, während die 'Visionen' der individuellen Geistesarbeit des europäischen Emigranten entspringen."


Ulrich Schmid in: Osteuropa 2009, H. 4, S. 168 f.

"Dem ersten Anschein nach gehört dieses Buch zur Reiseliteratur (...). Doch der Autor der 33 kurzen Essays ist nicht besuchsweise nach Amerika gekommen, um dieses Land zu besichtigen; vielmehr ist er durch das Schicksal eines Exilanten zum Immigranten geworden. (...) Im Ergebnis erhalten wir statt einer Reportage eine Expedition in das eigene Selbst, das Innenportrait eines Menschen, dessen Schicksal es war, in der Epoche der Globalisierung und der ersten Mondlandung zu leben."

gh in: Adalbertus-Forum Nr. 43, Juni 2009, S. 26 f.

 
 
   
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