Deutsches Polen-Institut
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Orte der historischen Erinnerung und aktuelle politische Fragen

Deutsch-polnischer Parlamentarierdialog am 2. und 3. März 2008 in Berlin

Der erste Parlamentarierdialog fand auf Einladung des Deutschen Polen-Instituts und seiner Partner am 2. und 3. März 2008 zum Thema »Orte der historischen Erinnerung und aktuelle politische Fragen« in Berlin statt.

Die Themenwahl für diese Begegnung von deutschen und polnischen Parlamentariern mit deutschen und polnischen Historikern und Politikwissenschaftlern der »Kopernikus-Gruppe« wurde wegen der aktuellen Diskussionen in beiden Ländern über Geschichtspolitik und Erinnerungskultur von allen Beteiligten an dem Projekt für sinnvoll erachtet, sind doch auf deutscher wie polnischer Seite oftmals verzerrte Wahrnehmungen des Umgangs des Nachbarn mit der Geschichte zu registrieren.

In der ersten Begegnungsrunde sollte ein Besuch polnischer Parlamentarier in Berlin den Orten historischer Erinnerung und Aufarbeitung in der deutschen Hauptstadt gelten. In Gesprächen mit Historikern und Politikwissenschaftlern und in Diskussionen deutscher und polnischer Parlamentarier untereinander sollten falsche Vorstellungen überwunden werden. Ein besonderes Anliegen sollte es sein, den polnischen Parlamentariern die Vielfalt und die seit Jahrzehnten erfolgte Pflege und Weiterentwicklung der deutschen Erinnerungskultur, die in Polen lange Zeit von der Fokussierung auf das Projekt »Zentrum gegen Vertreibungen« überschattet war, deutlich zu machen. In Warschau wird im Juni 2008 der Dialog mit einem vergleichbaren Programm fortgesetzt werden, um deutschen Bundestagsabgeordneten die Erinnerungs- und Gedenkstättenkultur in Polens Hauptstadt nahe zu bringen und die Gespräche fortzuführen, die in Berlin in einer sehr guten Gesprächsatmosphäre stattfanden und zu einem besseren gegenseitigen Verständnis beigetragen haben.

Bei einem gemeinsamen Abendessen in der Europäischen Akademie Berlin richtete der polnische Botschafter, Dr. Marek Prawda, ein Grußwort an die Teilnehmer. Für die fördernde Robert Bosch Stiftung zeigte sich Dr. Carsten Lenk über das Zustandekommen dieser Begegnung erfreut.

Das Programm am 3. März 2008 bestand vormittags aus einer Abfolge von Besichtigungen:
Denkmal für die ermordeten Juden Europas (Holocaust-Denkmal)
Begrüßung und Einführung: GF Uwe Neumärker
Ausstellung Topographie des Terrors
Begrüßung und Einführung: Direktor Prof. Dr. Andreas Nachama
Archiv der Zentralstelle der Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik
Begrüßung und Einführung: Direktor Hans Altendorf

Am Nachmittag fanden die historischen und politischen Diskussionen im Zentrum für historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften zu folgenden Themen statt:
- Aktuelle Probleme der Erinnerungskultur und der Geschichtspolitik in Polen und in Deutschland
- Westeuropa und Ostmitteleuropa im Streit um die Erinnerung? Stichworte: doppelte Besatzung (NS/sowjetisch), »Konkurrenz der Opfer«



TeilnehmerInnen aus den Reihen des Deutschen Bundestags waren:
Cornelia Behm (Bü90/Grüne)
Dr. Stephan Eisel (CDU/CSU)
Jürgen Kucharczyk (SPD)
Markus Meckel (SPD)
Dr. Angelica Schwall-Düren (SPD)
Rainder Steenblock (Bü90/Grüne)
Hans Peter Thul (CDU/CSU)

Aus Sejm und Senat nahmen teil:
Ryszard Galla (Dt.M)
Andrzej Grzyb (PSL)
Ryszard Kalisz (LiD)
Marek Krz±ka³a (PO)
Dr. Jan Rzymelka (PO)
Janusz Sepio³ (Senator, PO)
Tadeusz Wojciech Skorupa (Senator, PiS)

Foto: Hajo Zilla

Das Programm wird von der Robert Bosch Stiftung gefördert

 
 
   
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