Deutsches Polen-Institut
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Info-DAF Nr. 2-3 / 2005 (Dorothea Spaniel)
Dialog  Nr. 64 / 2003 (Ulrike Gropp)
MDR Viaeuropa (Aleksandra Scheibner) 
Main Echo    Nr. 147 vom 26./27. Juni 2004 (Renate Englert)
Przegl±d Humanistyczny Nr. 2 / 2004 (Piotr Roguski)
Polnisches Radiomagazin - Multikulti - deutsch
Polski Magazyn Radiowy Multikulti - polnisch


  
Rezension aus der Zeitschrift „Dialog“, Ausgabe Nr. 64 (2003)
Von Ulrike Gropp

„Polnische Literatur und deutsch-polnische Literaturbeziehungen“ heißen die Materialien und Kopiervorlagen für den Deutschunterricht Klasse 10-13, die von Matthias Kneip und Manfred Mack vom Deutschen Polen Institut in Darmstadt erarbeitet und kürzlich im ausgewiesenen Schulbuchverlag Cornelsen publiziert wurden. Der Band wendet sich in erster Linie an Lehrer und ihre Schüler, ist aber auch für andere an der polnischen Kultur Interessierte von großem Interesse.

Ein bisschen neidisch könnte man auf die gegenwärtige und zukünftige Schülergeneration schon werden angesichts der Materialien, die dem Unterricht heutzutage zur Verfügung stehen. Zwar ist ein „europäischer Literaturunterricht“ noch lange nicht in Sicht, aber die ersten Bausteine dazu kommen auf den Markt.
Wie auf einem silbernen Tablett servieren Matthias Kneip und Manfred Mack (beide tätig am Deutschen Polen-Institut in Darmstadt) alles Wissenswerte über „Polnische Literatur und deutsch-polnische Literaturbeziehungen“. Fünf der vierzehn Unterrichtseinheiten bilden den ersten von drei Themenblöcken („Polnische Literatur“). Hier werden einige der wichtigsten und interessantesten polnischen Autorinnen und Autoren vorgestellt (von Lec und Mickiewicz über Mi³osz, Szymborska bis zu Tokarczuk). Anhand von Porträts dieser Autoren werden zentrale Epochen der polnischen Geschichte thematisiert: Der Nationaldichter Adam Mickiewicz liefert mit „Frau Twardowska“ den Anlass, um das Zeitalter der polnischen Teilungen, das Thema „Exil“ und Parallelen zu Goethes „Faust“ zu thematisieren und – ganz wie im „deutschen“ Literaturunterricht – Grundsätzliches zur Kunstform der Ballade. Die Persönlichkeit und das Werk des Nobelpreisträgers Czes³aw Mi³osz prägen das Kapitel, das überschrieben ist „Warschau, Ostern 1943“ und sich sowohl mit dem Sterben im jüdischen Ghetto als auch mit dem Überleben in dieser Zeit beschäftigt. Filmische und literarische Bearbeitungen werden angesprochen („Der Pianist“ / Polañski und Szczypiorskis „Die schöne Frau Seidenmann“).
Wis³awa Szymborska erscheint unter der Überschrift „Lebensläufe“ – neben ihrem Gedicht „Das Schreiben eines Lebenslaufs“ (Pisanie ¿yciorysu, 1986) wird eine Installation der polnischen Bildhauerin Magdalena Abakanowicz mit dem Titel „Masse“ abgebildet. Durch den Abdruck des Formblatts für einen EU-Lebenslauf (den die Schüler zur Übung gleich einmal ausfüllen sollen) oder durch einen markigen Artikel aus einem Wirtschaftsmagazin über die karriereentscheidende Bedeutung des „richtigen“ Lebenslaufs bei Bewerbungen wird ein Anknüpfungspunkt zum regulären Unterrichtsstoff des Deutschunterrichts gegeben. Dieser didaktische Kunstgriff der Herausgeber ermöglicht es jedem Deutschlehrer, beispielsweise die Unterrichtseinheit „Lebensläufe. Was zählt?“ über Wis³awa Szymborska in bestehende Unterrichtskonzepte zu integrieren. Olga Tokarczuk wird in der Unterrichtseinheit mit dem Titel „Grenzen überschreiten. Polnische Literatur nach 1990“ zum Kristallisationspunkt der jüngsten literarischen Entwicklungen.
Besonders gelungen ist auch der Auftakt des Bandes, das Kapitel über den polnischen Aphorismus am Beispiel von Stanis³aw Jerzy Lec’ „Unfrisierte Gedanken“. Auf wenigen Seiten gelingt es den Autoren, eine Persönlichkeit in ihrem Umfeld zu zeigen, ihr Werk darzustellen (samt Bezügen auf deutsche Geistesgrößen) – und auch noch eine europäische Biographie des 20. Jahrhunderts zu zeichnen. Zum Abschluss der Unterrichtseinheit sollen die Lernenden die Anfänge bekannter polnischer Aphorismen ergänzen. Sie werden es freudig versuchen, lachend scheitern – und zukünftig ein Bild von Polen in sich tragen, das sich von den gängigen Stereotypen unterscheidet. Frustrationen werden vermieden, denn zum Glück sind die „Auflösungen“ mit abgedruckt.
Die zweite Gruppe von vier Unterrichtseinheiten widmet sich unter der Überschrift „Deutschsprachige Literatur“ den polnischen Motiven in der deutschsprachigen literarischen Werken. Als Beispiel dienen die engen Beziehungen des deutschen Vormärz zu Polens Freiheitskampf, die Auswirkungen des romantischen Polen-Bildes auf Gottfried Kellers realistische Novelle „Kleider machen Leute“ – oder aber das vielschichtige und hintergründige Bild Polens und der Polen in Günter Grass’ „Blechtrommel“.
Der dritte Teil des Bandes widmet sich in fünf Unterrichtseinheiten deutsch(sprachig)-polnischen Literaturbeziehungen: Stanis³aw Przybyszewskis Rolle als „genialer Pole“ in der Berliner Boheme wird materialreich dargelegt, Franz Kafka trifft auf sein polnisches Spiegelbild Bruno Schulz, Tadeusz Ro¿ewicz auf Günter Eich – und die „Doppelgänger“ S³awomir Mro¿ek und Bertold Brecht werden einander zur Seite gestellt.
Dass sich im Anhang hilfreiche Hinweise finden (von einer Textsammlung über Aussprachehilfen bis zur Zeittafel zur Geschichte Polens) ist selbstverständlich. Eine erfreuliche Zugabe: eine Audio-CD, die den einen oder anderen Ausschnitt polnischer Lyrik oder Prosa zu Gehör bringt und die sinnliche Wahrnehmung der polnischen Sprache möglich macht (Sprecher: Olgierd £ukaszewicz).
Der vorgelegte Band ist ein Glanzstück kultureller Vermittlungsarbeit und wird für viele Jahre die Maßstäbe für die Darstellung Polens im Deutsch- und Literaturunterricht setzen. Vielleicht ist das breite Bündnis von Fachleuten, Geldgebern und Kulturbürokratie, dem die Entstehung des Buches zu verdanken ist, ein Garant dafür, dass das Lehrwerk nun auch wirklich in die Schulen kommt: Neben dem Deutschen Polen Institut in Darmstadt zeichnen auch die Robert Bosch Stiftung und die Kultusministerien der Bundesländer Hessen und Rheinland-Pfalz mit verantwortlich. Dem Werk sind natürlich vor allem viele Leser unter Schülern und Lehrern zu wünschen – vor allem aber auch im Kreise der Entscheidungsträger in Schulämtern, bei Lehrplankonferenzen und in der ständigen Konferenz der Kultusminister. Es bleibt zu hoffen, dass der vorliegende Band mit dazu beiträgt, dass sich bei deutschen Schülerinnen und Schülern Interesse für das Nachbarland wecken lässt.



Polnisches Radiomagazin, Multikulti, Berlin
Autorin: Joanna Skibiñska

"Polnische Literatur und deutsch-polnische Literaturbeziehungen.
Materialien und Kopiervorlagen für den Deutschunterricht in Klassen 10-13 mit Hör-CD"

"Wir haben eine ausführliche Edition unter dem Titel "Panorama der Polnischen Literatur" herausgegeben, wir haben eine Sammlung von 50 Bänden der "Polnischen Bibliothek" veröffentlicht, aber trotzdem gibt es immer noch Bemerkungen, wie die von Herrn Reich-Ranicki, darüber, dass polnische Literatur in Deutschland nicht bekannt wäre. Wir haben das als eine Herausforderung angenommen, um den Weg zu einem breiteren Publikum zu finden."

Deswegen gibt das Deutsche-Polen Institut das Buch "Polnische Literatur und deutsch-polnische Literaturbeziehungen", erarbeitet von Matthias Kneip und Manfred Mack, heraus. Es ist unmittelbar an die Deutschlehrer gerichtet. Das Lehrbuch wird in einem kopierfreundlichen Format A4 erscheinen, mit einer zweisprachigen CD mit von Olgierd Lukaszewicz und Manfred Mack gelesenen Texten als Anhang, und sogar einer kleinen Anleitung zur Aussprache der polnischen, für das deutsche Ohr oft komplizierten, Personen- und Städtenamen. Es ist ein ausführlicher Überblick, für 14 Unterrichtsstunden vorgesehen. Dabei müssen die Stunden über polnische Poesie oder die Prosa von Bruno Schulz oder Olga Tokarczuk nicht von einem Experten der Polonistik gehalten werden. Den Lehrern steht nämlich nicht nur der Text, sondern auch die Biographien der Autoren, Informationen zum historischen Hintergrund, Fragen zur Diskussion wie auch methodische Anweisungen zur Verfügung . Das alles ist eine Garantie dafür, dass die Lehrer nicht nur keine banale Stunde halten, sondern, unterstreicht Manfred Mack, dass sie auch an die ministeriellen Richtlinien halten werden.

"Wir haben uns Mühe gegeben damit der Buchinhalt mit den geltenden Lehrplänen übereinstimmt. Von dem Lehrer hängt es dann aber ab, ob er das vorgeschlagene Thema als Schwerpunkt oder als Ergänzung einführt. Und so ist die erste Gruppe der angebotenen Themen zwar der polnischen Literatur gewidmet, aber dennoch hat der Lehrer die Möglichkeit, Balladen als literarische Gattung im Allgemeinen, an Werken von Adam Mickiewicz zu besprechen. Genauso kann er im Unterricht Aphorismen am literarischen Schaffen von Stanislaw Jerzy Lec vorstellen. Die nächste thematische Gruppe umfasst diejenigen deutschen Schriftsteller, die durch ihre Biographie teilweise mit Polen verbunden sind. Hier sind Texte von Günter Grass oder E.T.A. Hoffmann, der als preußischer Beamter in Plock und Warszawa gelebt hat, zu finden".

Das dritte wichtige Kapitel des Buches sind die literarischen Verwandtschaften zwischen Polen und Deutschland. Die Auswahl dieser Themen regt zur Diskussion und zum Vergleich der Poesie von Tadeusz Rózewicz und Günter Eich oder den Texten von Bruno Schulz und Franz Kafka an. Möglicherweise werden die Schüler nach so einem Unterricht zu dem Schluss kommen, dass die polnische und deutsche Literatur überhaupt nicht so fern auseinander liegen. Der Lehrer Dieter Gersemann aus Fulda, aufgrund der besprochenen Materialien, wird bald ein Unterricht über Poesie der Wislawa Szymbosrka durchführen. Die Schüler werden das Gedicht "Lebensläufe" analysieren. Dieter Gersemann:

"Unsere Schüler sind 16 -17 Jahre alt und bald werden sie, auf der Suche nach Lehrstellen, selbst Lebenslaufe schreiben müssen. Bei dieser Gelegenheit wird eine derartige Unterrichtsstunde den Schülern die polnische Literatur und Poesie zugänglicher machen. Ich werde so einen Unterricht als Vorbereitung für Austauschschüler halten, die nach Polen fahren".

Es wird sich mit der Zeit zeigen, ob die Lehrer, denen jetzt ein Spickzettel aus der polnischen Literatur zur Verfügung steht, die jungen Leser zu einer häufigeren Lektüre der polnischen Literatur überzeugen können. Es ist bisher nämlich ein Widerspruch an sich, dass in den letzten Jahrzehnten zwar mehr als 2000 Bücher vom Polnischen ins Deutsche übersetzt wurden, aber der deutsche Leser trotzdem nur selten einen Blick in sie wirft. Das methodische Buch für Lehrer ist nämlich nicht nur eine Antidotum gegen das Stereotyp von der Unverständlichkeit der polnischen Literatur.

Manfred Mack: "Gerade am Beispiel der Literatur wird es sichtbar, wie sich unterschiedliche Stereotypen entstanden sind haben. Leider haben häufig die Schriftsteller selbst dazu beigetragen, dass die Deutschen über ein deformiertes Bild der Polen und die Polen umgekehrt über die Deutschen verfügten. Schon vor 20 Jahren hat Karl Dedecius gesagt, dass gerade die Literatur das Fenster ist, durch welches man auf die ganze kulturelle Verschiedenheit des Nachbarn, mit allen seinen Vor- und Nachteilen, blicken kann".

Polski Magazyn Radiowy, Multikulti, Berlin
Autorin: Joanna Skibiñska

"Polnische Literatur und deutsch-polnische Literaturbeziehungen.
Materialien und Kopiervorlagen für den Deutschunterricht in Klassen 10-13 mit Hör-CD"

"Wydalismy obszerna edycje "Panorama Literatury Polskiej" - mówi Manfred Mack, pracownik Niemieckiego Instytutu Polskiego w Darmstadzie " opublikowaismy 50 tomów "Biblioteki Polskiej, ale nadal jeszcze padaja uwagi, chociazby z ust Reicha-Ranickiego, ze literatura polska w Niemczech nie jest znana. Potraktowalismy to jako wyzwanie, by szukac dojscia literatury polskiej do szerszego kregu odbiorców".

Dlatego Niemiecki Instytut Polski wydaje ksiazke "Literatura polska i polsko-niemieckie kontakty literackie" w opracowaniu Matthiasa Kneipa i Manfreda Macka. Skierowana jest ona bezposrednio do nauczycieli jezyka niemieckiego. Ksiazka ukazuje sie w dogodnym dla fotokopiarek formacie A 4, opatrzona jest plyta CD z czytanymi przez Olgierda Lukaszewicza i Manfreda Macka polsko-niemieckim tekstami, ba - posiada nawet maly poradnik wymowy skomplikowanych dla niemieckiego ucha nazwisk. Ta publikacja jest szczególowym konspektem 14 godzin lekcyjnych. Przyczym lekcji o poezji polskiej, prozie Bruno Schulza czy Olgi Tokarczuk wcale nie musza prowadzic eksperci polonistyki. Nauczyciele dostaja bowiem do reki nie tylko tekst, lecz tez biografie autorów i rys historyczny, pytania do dyskusji i wskazówki metodyczne. Jest to gwarancja, ze beda to lekcje niebanalne oraz jak podkresla Manfred Mack - nie odbiegna od ministerialnych wytycznych:

"Staralismy sie, by zawarte w ksiazce tresci wspólgraly z obowiazujacymi planami nauczania. Od nauczyciela zalezy, czy proponowany temat wprowadzi jako glówny na danej lekcji, czy jako cegielke uzupelniajaca. I tak pierwsza grupa proponowanych tematów dotyczy wprawdzie literatury polskiej, ale nauczyciel moze nawiazac na przyklad do twórczosci Adama Mickiewicza omawiajac cechy ballady jako gatunku literackiego. Podobnie podczas zajec o aforyzmie moze wprowadzic twórczosc Stanislawa Jerzego Leca. Kolejna grupa tematyczna sa utwory tych niemieckich pisarzy, którzy poprzez biografie zwiazani sa czesciowo z Polska, sa tu teksty Güntera Grassa, czy E.T.A. Hoffmanna, który jako urzednik pruski mieszkal w Plocku i Warszawie."

Trzecim - równie waznym - rozdzialem ksiazki sa polsko-niemieckie pokrewienstwa literackie. Wybór tych tematów naklania do porównawczych dyskusji - czy to nad poezja Tadeusza Rózewicza i Güntera Eicha, czy tekstami Bruno Schulza i Franza Kafki. Byc moze po takiej wlasnie lekcji uczniowie stwierdza, ze literatura polska nie jest tematycznie az tak odlegla. Nauczyciel Dieter Gersemann z Fuldy na podstawie omawianych materialów niebawem przeprowadzi lekcje o poezji Wislawy Szymborskiej. Uczniowie zanalizuja wiersz pt. Zyciorysy": Dieter Gersemann:

"Nasi uczniowie maja 16-17 lat i sami wkrótce bada tez pisac zyciorysy, skladajac podania w poszukiwaniu miejsc przyuczajacych do zawodu. Taka lekcja przy okazji przyblizy tez uczniom literature polska i poezje. Przeprowadze te lekcje jako przygotowanie mlodziezy do wyjazdu na wymiane do Polski."

Czas pokaze, czy przeznaczona dla niemieckich nauczycieli sciaga z literatury polskiej poszerzy grono jej czytelników. Dotychczas paradoksem jest, ze na jezyk niemiecki z polskiego w ostatnich dziesiecioleciach przelozono az 2000 ksiazek, ale niemiecki czytelnik nadal rzadko do nich zaglada. Tymczasem ksiazka metodyczna dla nauczycieli jest nie tylko skierowanym do pedagogów antidotum na stereotyp o hermetycznosci literatury polskiej. Manfred Mack:

"To wlasnie na przykladzie literatury widac, jak ksztaltowaly sie wszelkie stereotypy. Czesto sami pisarze przyczyniali sie do tego, ze Niemcy operowali zdeformowanym obrazem Polaków, a Polacy Niemców. I to Karl Dedecius stwierdzil przed 20 laty, ze wlasnie literatura jest oknem, przez które mozna spojrzec na cala kulturowa róznorodnosc sasiada, z wszelkimi jego przymiotami i przywarami."


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