Deutsches Polen-Institut
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Deutschland - Polen - Osteuropa

Fragen nach einer gemeinsamen europäischen Ostpolitik

Projektträger: Deutsches Polen-Institut Darmstadt, Deutschland- und Nordeuropainstitut (Instytut Niemiec i Europy Pó³nocnej) Stettin, Polnisches Institut  Leipzig

Gefördert von der Robert Bosch Stiftung, der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit, der Deutschen Bank, der Otto Wolff-Stiftung, der Mitteleuropäischen Handelsbank - Polnische Bank, Universität Leipzig

Fragestellung
Zielsetzung
Projektablauf
Tagungsband
Konferenzbericht

 

Fragestellung 

Ausgangspunkt des Projekts sind die Herausforderungen der nächsten Jahre im Bereich der Formulierung einer europäischen Politik gegenüber denjenigen osteuropäischen Ländern, die nicht in den engeren europäischen Integrationsraum einbezogen werden.

Bei der Entwicklung des Projekts steht das Interesse im Vordergrund, auf der Grundlage gegenseitiger Kenntnisnahme der jeweiligen wissenschaftlich-analytischen Kompetenz der deutschen und polnischen Osteuropa (Russland/Belarus/Ukraine) -Forschung den Versuch zu unternehmen, gemeinsam Grundlagen für eine strategische Osteuropapolitik zu entwickeln.

Entgegen der weitverbreiteten Meinung könnte in Zukunft nicht die erfolgte Öffnung der NATO für ostmitteleuropäische Staaten, sondern deren Integration in die Europäische Union eine neue Teilung Europas entlang des Bugs hervorrufen. Polen und Deutschland kommt aufgrund ihrer geographischen und politischen Lage in diesem Prozeß eine Schlüsselrolle zu. 

Eine neue Teilung des Kontinents liegt aber weder in deutschem noch in polnischem Interesse. Die EU-Integration führt aber ungeachtet der Intentionen der Politik zu einer grundsätzlichen Änderung der Beziehungen Polens zu seinen östlichen Nachbarn. Die Ausweitung des Integrationsraums nach Osten sollte jedoch auch nach den Vorstellungen der deutschen Politik nicht zu einer neuen Eiszeit in den Beziehungen zwischen Polen der Ukraine, Weißrussland und Russland beitragen. 

Ebenso entgegen einer weitverbreiteten Meinung in Deutschland ist Polen aus historischen und aktuellen Gründen an einer aktiven Osteuropapolitik des sich integrierenden Europa interessiert. Die Kompetenz der polnischen Fachkollegen hinsichtlich der östlichen Nachbarn wird in Deutschland generell unterschätzt, gerade auch unter Osteuropexperten, ebenso der mögliche Beitrag Polens zu einer aktiven Ostpolitik der EU. Umgekehrt ist in Polen, ebenfalls besonders unter den Osteuropaexperten, die Meinung weitverbreitet, Deutschland sei stark auf Osteuropa, insbesondere auf Rußland fixiert und diese Konzentration auf Moskau korrespondiere mit einem mangelhaften Verständnis der historisch-kulturellen Prozesse, Interessen und Intentionen der Akteure in Moskau, Kiew und Minsk. 

Stereotypen und Vorurteile mit Bezug auf die Perzeption der Perzeption (= die polnischen Vorstellungen darüber, wie die Deutschen über Osteuropa denken und was sie wissen, und: die deutschen Vorstellungen darüber, was die Polen über Osteuropa denken und wissen) können im deutsch-polnischen Verhältnis nur zu Irritationen und Mißverständnissen und zu Schwierigkeiten bei der Konzeption einer gemeinsamen, d.h. europäischen Osteuropapolitik, führen. 

Auf der Grundlage gegenseitiger Kenntnisnahme - gerade auch im wissenschaftlichen Bereich - der jeweiligen Kompetenz, der Stärken und Schwächen der Osteuropaforschung in Deutschland und in Polen soll der Versuch unternommen werden, gemeinsam Grundlagen für eine langfristige Osteuropakonzeption und Politik nicht nur der beiden Länder, sondern im Rahmen der GASP, zu entwickeln und diese Konzeption einem größeren europäischen Kreis vorzustellen. 

Ein Anliegen des Projekts besteht darin, nicht nur den Forschungsstand in Deutschland und Polen abzurufen und Konzeptionen zu entwickeln, sondern auch exemplarisch und praktisch gemeinsam gewonnene Erkenntnisse umzusetzen.
 

Zielsetzung  

  1. Gemeinsame deutsch-polnische Überlegungen zu einer Ostpolitik der EU 
  2. Praktische Einbeziehung Polens in die gemeinsame Ostpolitik der EU
  3. Vorbereitung Polens und der EU auf eine Nachbarschaft mit Osteuropa ohne neuen "Eisernen Vorhang"

Projektablauf 
  1. Analysen und Bestandsaufnahmen deutscher und polnischer Experten

  2. Konferenz I (29. / 30. September 2000, Darmstadt) Vorstellung und Diskussion der Ergebnisse im Expertenkreis 

  3. Konferenz II (26. Juni 2001, Brüssel) Vorstellung der Ergebnisse und Diskussion mit Experten aus anderen EU-Ländern mit Blick auf die GASP
       
  4. Sommerschule
    (1. - 8. Juli 2001) Sommerschule in Stettin und Warschau (mit Teilnehmern aus NGOs in Deutschland, Polen, Ukraine und Belarus.

    Die Resonanz auf die Konferenzen in Darmstadt und in Brüssel belegte das übereinstimmende Interesse der Politiker und Beamten aus Brüssel, Warschau, Paris und Berlin, europäischer Parlamentarier und der Experten aus den europäischen Ländern an einer Fortsetzung und Intensivierung der Überlegungen über eine gemeinsame europäische Ostpolitik. Das DPI und die Projektpartner sahen sich ermutigt, das Projekt fortzusetzen.

  5. Konferenz 2003
    Deutschland - Polen - Osteuropa: Fragen nach einer gemeinsamen Osteuropapolitik nach dem Irak-Krieg

    Am 3./4. Juli fand in Leipzig auf Einladung des Deutschen Polen-Instituts, des Geisteswissenschaftlichen Zentrums Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas Leipzig, des Polnischen Instituts Leipzig und des O¶rodek Studiów Wschodnich Warszawa in den Räumlichkeiten des Polnischen Instituts, aufbauend auf die ersten positiven Erfahrungen mit deutsch-polnischer wissenschaftlicher Netzwerkbildung eine Tagung mit deutschen und polnischen Osteuropaexperten statt, auf der die Auswirkungen des 11. September und der Irak-Krise sowie der neuen Koalitionsbildungen auf die Beziehungen zwischen der siche erweiternden EU und Osteuropa einer Analyse und Bewertung unterzogen wurden.
    • Finanzierung: GWZO, Polnisches Institut Leipzig

  6. Internationale Konferenz 2006
    Fragen nach einer gemeinsamen europäischen Ostpolitik (Ukraine, Belarus, Russland). Deutsche und polnische Beiträge in der Diskussion.

    Gemeinsam mit O¶rodek Studiow Wschodnich (OSW, Zentrum für Oststudien)
    In der Vertretung des Landes Hessen bei der EU in Brüssel
    Gefördert von der Robert Bosch Stiftung und der Otto Wolff-Stiftung


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  Barbara Tuge-Ereciñska, Kazimierz Wóycicki, Dieter Bingen, Petra Erler, Joanna Apap


Aktuelles:
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