Deutsches Polen-Institut
Seite drucken
   
Startseite
   

Rezensionen zu: Nachbarn auf Distanz

"Bevor man (...) von einer Krise spricht: Dieses Buch über 'Polen und Deutsche 1998-2004' ist letztlich ein versammelter Widerspruch gegen die Annahme, die Nachbarn fielen auf das Ausgangsjahr 1989 oder gar dahinter zurück. Inzwischen haben sich die Beziehungen im Alltag (...) dermaßen eingependelt, dass man sich auch nicht ins Bockshorn jagen lassen darf. Ein Jahr nach dem Beitritt Polens zur EU lässt sich sagen: Meinungsunterschiede zwischen Polen und Deutschen über das Zentrum gegen Vertreibung, über Amerika und den Irak oder die Restitutionsansprüche der Deutschen gehören auch zur Normalität der neuen Nähe. (...)
Anna Wolff-Poweska und Dieter Bingen haben mit diesem Buch den besten Beweis geliefert, dass Polen und Deutsche gut beraten wären, auf ihre kleine gemeinsame Elite mehr zu hören als auf diejenigen, die - heimlich oder offen - nur national-polnische oder deutsch-nationale Gespenster wiederbeleben."

(Gunter Hofmann in: Die Zeit 2005, Nr. 50 (16. Juni)


"In dem voluminösen Band (...), in dem die polnischen fundierten Stimmungslagen überwiegen, erweist sich die (...) angebotene dialogische Hilfestellung auch als wertvoller polnischer Nachhilfeunterricht, in dem der deutsche Leser so manche Mythen und Stereotypen mit dem Blick auf die eigenen verschwommenen Vorstellungen von einer 'anderen' Zivilisation abbauen kann."

(Wolfgang Schlott in: Deutschland Archiv 5/2005, S. 929 f., ebenfalls in: Halbjahresschrift für südosteuropäische Geschichte, Literatur und Politik 21/2009, H. 1, S. 130 f.)


"Wer sich über die aktuelle polnische Deutschlandwahrnehmung informieren will, findet in diesem Band ein differenziertes Bild unterschiedlicher Diskussionen. Es wäre wahrscheinlich mangels personeller Kapazität schwierig, von deutscher Seite einen ähnlichen Band über die deutsche Polenwahrnehmung zusammenzustellen, zumal wir (...) von einer 'Asymmetrie' der Wahrnehmung ausgehen müssen. Wer einen offenen Dialog mit Polen, der den einzigen Ausweg aus der Beziehungskiste weist, will, sollte sich intensiv und kritisch mit den in diesem Band vertretenen Positionen auseinandersetzen."

(Wolfgang Kessler in: ABDOS-Mitteilungen 25/2005, Nr. 1, S. 25 f.)


"(...) besitzt dieser Band einen doppelten Charakter: einerseits kann er tatsächlich als Quelle gelesen werden, in der verschiedene Diskurse auf dem Gebiet der deutsch-polnischen Beziehungen der Gegenwart durch einzelne Protagonisten zur Sprache kommen (...), andererseits präsentiert er gleichzeitig detailreiche Einzelstudien, die differenziert erste Einblicke in eine Reihe von Problemfeldern der polnisch-deutschen Beziehungen liefern (...).
Die Beiträge der zum Großteil polnischen Autoren sind in drei übergreifenden Abschnitten organisiert und decken eine beachtliche Spannweite von Themen ab (...). Eine solch breite Streuung vermittelt naturgemäß jeweils erste Einblicke und keine Tiefenanalysen; dabei variieren die Beiträge eine zwar in Nuancen abweichende, aber grundsätzlich übereinstimmende zurückhaltende Einschätzung der aktuellen deutsch-polnischen Beziehungen nach 1998."

(Steffi Franke in: H-Soz-u-Kult vom 3.11.2005)
Zur gesamten Rezension


"Das Urteil über dieses ausführliche, informative und erfreulich interdisziplinär konzipierte Kompendium fällt nicht schwer. Sieht man von kaum zu vermeidenden thematischen Redundanzen sowie dem Umstand ab, dass sich einige wenige Autoren hätten kürzer fassen können, so bleibt doch insgesamt festzustellen, dass wir es bei 'Nachbarn auf Distanz' mit einer informativen und lesenswerten Zwischenbilanz der deutsch-polnischen Beziehungen zu tun haben, der man eine möglichst weite Verbreitung wünschen darf."

(Zbigniew Wilkiewicz in: Aktuelle Ostinformationen 3/4 2005, S. 64-69)

"Das bedrückende Fazit der Lektüre: Beide Seiten kennen die gegenseitigen Realitäten, Wahrnehmungsmuster und Empfindlichkeiten so wenig, daß es kaum verwundern kann, wenn es immer wieder zu Reibungsverlusten kommt. Insofern hat die vorliegende Publikation eine wichtige Aufklärungsfunktion."

(Viktoria Pollmann in: Osteuropa 2005, H. 12)

nach oben zurück

 
 
   
Aktuelles:
"Hundert Freuden" - in memoriam Wisława Szymborska am 9. Februar 2012 im Haus Olbrich Unterrichtsmaterialien "Polnische Gesellschaft" erschienenGespräch mit dem Autor und Übersetzer Martin Pollack auf der Buchmesse LeipzigAktueller Newsletter: DPI-Nachrichten 4/2011