Deutsches Polen-Institut
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Jahrbuch 13 - Lliteratur

ANDRZEJ BOBKOWSKI
Aus dem Reisetagebuch ANDRZEJ BOBKOWSKI - JERZY GIEDROYC Briefe 1946-1961
Andrzej Bobkowski, für die polnische Literatur durch seine Pariser Kriegsmemoiren 1940-1944 unsterblich geworden ("Wehmut? Wonach zum Teufel?", Hamburg: Rospo 2000, siehe auch Auszüge in den ANSICHTEN 1998), emigrierte 1948 aus Frankreich nach Guatemala. Getrieben von einer beispiellosen Entschlossenheit, das vom Kommunismus und intellektueller Lähmung bedrohte Europa zu verlassen, begann Bobkowski dort ein neues "anti-intellektuelles" Leben als Modellflugzeugbauer und Händler. Die Gründe für sein geradezu obsessives Verhältnis zu Europa und den europäischen Intellektuellen der Nachkriegszeit legt er in Fragmenten aus dem Tagebuch seiner Reise nach Mittelamerika offen (erstmals veröffentlicht in TYGODNIK POWSZECHNY 1948) sowie in der Korrespondenz mit dem KULTURA-Herausgeber Jerzy Giedroyc. Letzterem war es vor allem zu verdanken, dass Bobkowski bei all seinen finanziellen wie politischen Sorgen in der neuen Heimat auch hin und wieder zur Feder griff. Sein literarisches und publizistisches Werk, verstreut auf den Seiten der Pariser KULTURA, ist dem deutschen wie dem polnischen Publikum immer noch weitgehend unbekannt. Mit diesen beiden Beiträgen wollen wir Bobkowskis außergewöhnliche Beobachtungsgabe und brillante Urteilsfähigkeit unter Beweis stellen.

MICHA£ G£OWIÑSKI
Schwarze Zeiten Schreiben über den Holocaust
Mit MICHA£ G£OWIÑSKI sprach ANKA GRUPIÑSKA
Micha³ G³owiñski gehört zu den bedeutendsten polnischen Literaturhistorikern der Gegenwart. In seinen zahlreichen Werken befasste er sich hauptsächlich mit der Funktion der Sprache in der politischen und literarischen Realität der letzten Jahrzehnte. Erst vor kurzem entschloss er sich, selbst Erzählungen zu schreiben, die seine eigene Kindheit innerhalb und außerhalb des Warschauer Ghettos literarisch verarbeiten. Angesichts der aktuellen Debatten um die polnisch-jüdischen Beziehungen vor und während des Holocausts stellen die "Schwarzen Zeiten" (Czarne sezony), die G³owiñski 1998 im Warschauer Open Verlag veröffentlichte und aus denen wir Auszüge bringen, einen Beitrag dar, mit den Traumata dieser Zeit umzugehen. In dem anschließenden Gespräch, das Anka Grupiñska mit dem Autor für TYGODNIK POWSZECHNY führte, werden Antworten gesucht auf die Frage, welche literarischen Formen und sprachlichen Konstruktionen für das Thema Holocaust geeignet sind. Eine wichtige Rolle spielt dabei die eigene und fremde Erinnerungsfähigkeit nach nicht selten Jahrzehnten der Verdrängung und Selbstverleugnung vieler Betroffenen.

ANDRZEJ STASIUK
Das Pappflugzeug

Der Romanautor und Publizist Andrzej Stasiuk ist dem deutschen Publikum bereits als eines der bedeutendsten literarischen Talente des letzten Jahrzehnts in Polen bekannt. Einen geradezu triumphalen Auftritt hatte er während der Frankfurter Buchmesse 2000, bei der er seinen neuen Roman "Die Welt hinter Dukla" (Frankfurt am Main: Suhrkamp 2000) vorstellte. Charakteristisch für Stasiuk sind aber auch kleine Glossen, in denen er auf oft ironische Weise mit "ernsthaften" Begriffen herumjongliert. Hier einige Kostproben aus Stasiuks pointierter Kurzprosa, die dem Sammelband "Tekturowy samolot" (Das Pappflugzeug; Wolowiec 2000) entnommen sind.

JOLANTA STEFKO
Auf niemands Seite

"Selten spricht einer der jungen Dichter über die Welt menschlicher Erfahrungen so deutlich und ohne Illusionen wie Jolanta Stefko. Selten kann einer von ihnen so tief in die Einsamkeit, den Mangel, die Sehnsucht schauen. Aus diesen Erlebnissen und der Gabe ihrer poetischen Verarbeitung wird eine Dichtung geboren, deren Ton unverwechselbar ist" - so schreibt der polnische Kritiker Marian Stala über Jolanta Stefko. Für ihr Erstlingswerk, die Gedichtsammlung "Po stronie niczyjej" (Auf niemands Seite; 1998), aus der alle hier präsentierten Gedichte stammen, erhielt Stefko den Preis der Polnischen Kulturstiftung. Übersetzt wurden die Gedichte von Joanna Manc.

INGA IWASIÓW
Am liebsten

Inga Iwasiów wurde 1963 in Stettin geboren. Sie ist Professorin für polnische Literaturgeschichte des 20. Jahrhunderts an der Stettiner Universität und Chefredakteurin der Stettiner Kulturzeitschrift POGRANICZA. Sie schreibt Essays, Rezensionen, Erzählungen und Gedichte für verschiedene polnische Literaturzeitschriften. 2001 erschien ihr erster Gedichtband "Mi³o¶æ" (Liebe), aus dem Joanna Manc ein paar Kostproben ausgewählt und übersetzt hat.


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